
Warum ich mich für eines der nächsten Blood Bowl Turniere für Elven Union entschieden habe und was ich mir von der Mannschaft erhoffe.
In den vergangenen Spielen habe ich überwiegend Agilitätsteams gespielt. Ich mag es, wenn meine Spieler beweglich sind, ausweichen können und ich auch aus einer schwierigen Situation noch einen Angriff aufbauen kann.
Mit Khorne habe ich zwischenzeitlich versucht, eine völlig andere Spielweise kennenzulernen. Statt Geschwindigkeit und Ausweichen standen plötzlich Stärke, Frenzy und möglichst viele Blocks im Vordergrund.
Wie das ausgegangen ist, habe ich bereits in meinem Beitrag über diese Saison beschrieben. Zwei tote Bloodspawns und der vorletzte Tabellenplatz waren jedenfalls nicht unbedingt das, was ich mir ursprünglich erhofft hatte.
Für eines der nächste Turniere habe ich mich deshalb wieder für ein Elfenteam entschieden. Genauer gesagt: Elven Union.
Die Mannschaft hatte ich schon länger im Auge. Gerade die Kombination aus schnellen Catchern, guten Blitzern und einem brauchbaren Passspiel klingt für mich interessant. Natürlich könnte ich auch einfach Wood Elves oder Dark Elves spielen. Aber irgendwie reizt mich gerade die Elven Union mit ihren speziellen Möglichkeiten beim Pass- und Laufspiel.
Und vielleicht ist es nach meinen letzten Erfahrungen auch ganz angenehm, wieder eine Mannschaft zu spielen, bei der ich nicht jeden Spielzug damit verbringen muss, eine möglichst stabile Prügelei zu organisieren.
Warum ausgerechnet Elven Union?
Die größte Stärke der Mannschaft ist für mich ihre Beweglichkeit. Alle Spieler besitzen Agilität 2+. Selbst die gewöhnlichen Linemen können also zuverlässig ausweichen, solange keine zusätzlichen negativen Modifikatoren ins Spiel kommen. Die beiden Catcher bewegen sich mit MA 8 ausgesprochen schnell. Dazu besitzen sie Catch, Diving Catch und Nerves of Steel. Gerade Nerves of Steel finde ich interessant. Einen Pass auch dann noch ohne den üblichen Modifikator durch gegnerische Tacklezonen fangen zu können, eröffnet einige Möglichkeiten.
Die beiden Blitzer bringen bereits Block und Side Step mit. Damit sind sie nicht nur für Angriffe interessant, sondern können auch in der Verteidigung unangenehm werden. Hinzu kommen die Thrower mit Passing 2+, Pass und Hail Mary Pass.
Es gibt also einige Möglichkeiten, einen Angriff aufzubauen, ohne unbedingt den direkten Weg durch die gegnerische Mannschaft nehmen zu müssen. Allerdings möchte ich mich nicht ausschließlich auf das Passspiel verlassen. Ein guter Pass kann einen Angriff natürlich erheblich beschleunigen. Aber jeder zusätzliche Würfelwurf bringt auch ein weiteres Risiko mit sich.
Oft dürfte es sinnvoller sein, den Ball zunächst sicher aufzunehmen und anschließend über mehrere Spieler nach vorne zu bringen. Gerade weil Elven Union so beweglich ist, sollte man nicht jeden Spielzug mit einem spektakulären Pass abschließen müssen.
Die Catcher – Schnell, beweglich und ziemlich zerbrechlich
Besonders gespannt bin ich auf die beiden Catcher. MA 8, Agilität 2+ und dazu die passenden Fähigkeiten für das Fangen des Balls. Damit lassen sich durchaus Angriffe vorbereiten, bei denen der Gegner mehrere mögliche Anspielstationen gleichzeitig berücksichtigen muss.
Ein Catcher kann sich beispielsweise bereits in Richtung Endzone bewegen, während ein anderer zunächst auf einer anderen Seite des Spielfeldes Druck ausübt. Der Gegner muss dann entscheiden, welche Seite er absichert.
Und genau solche Situationen möchte ich mit Elven Union häufiger schaffen. Die Catcher haben allerdings auch einen entscheidenden Nachteil. Rüstung 8+.
Und normalerweise kein Block oder Dodge von Beginn an. Das bedeutet, dass ich mir sehr genau überlegen muss, wann ich sie in Kontakt mit einem Gegner bringe. Es wäre schließlich wenig sinnvoll, meine wichtigsten Offensivspieler bereits in den ersten Spielzügen unnötigen Blocks auszusetzen.
Zumal ich bei einem Turnier nicht unbedingt damit rechnen sollte, ständig genügend Ersatzspieler zur Verfügung zu haben. Die Catcher sollen Touchdowns erzielen und gegnerische Verteidigungen auseinanderziehen. Nicht dauerhaft an der Line of Scrimmage stehen und sich von irgendwelchen Orks verprügeln lassen.
Die Blitzer – Meine wichtigsten Spieler?
Fast noch interessanter finde ich die beiden Blitzer. Mit MA 7, Block und Side Step besitzen sie bereits eine ziemlich gute Grundlage.
Gerade Side Step kann in der Verteidigung sehr unangenehm sein. Der Gegner kann meinen Spieler zwar möglicherweise zurückschieben, aber ich darf unter den entsprechenden Voraussetzungen selbst entscheiden, auf welches freie Feld er ausweicht. Dadurch kann ich versuchen, wichtige Räume geschlossen zu halten oder meinen Blitzer in einer günstigen Position zu behalten.
Mit Dodge als zusätzlicher Fähigkeit wird das Ganze noch interessanter. Ein Blitzer mit Block, Dodge und Side Step ist für viele Gegner deutlich schwieriger aus dem Weg zu räumen.
Allerdings sind solche Spieler auch teuer. Jeder Verlust würde schmerzen. Ich erwarte deshalb, dass meine beiden Blitzer einen großen Teil der defensiven Arbeit übernehmen werden. Nicht unbedingt dadurch, dass sie ständig gegnerische Spieler zu Boden bringen, sondern indem sie die richtigen Räume besetzen, wichtige Gegner unter Druck setzen und mir Möglichkeiten zum Gegenangriff eröffnen.
Ein gutes Passspiel – Jedoch nicht um jeden Preis
Das Passspiel gehört sicherlich zu den Dingen, die mich an Elven Union besonders reizen. Mit den Throwern und Catchern verfügt die Mannschaft über gute Voraussetzungen, um den Ball auch über größere Entfernungen nach vorne zu bringen.
Ein erfolgreicher Pass kann eine gegnerische Verteidigung umgehen, die man auf dem Boden nur schwer überwinden könnte. Allerdings möchte ich nicht denselben Fehler machen, den ich bei Agilitätsteams gelegentlich begehe.
Nur weil eine Aktion möglich ist, muss ich sie nicht unbedingt durchführen. Ein Pass auf 2+ klingt zunächst sicher. Muss ich anschließend noch einen Fangwurf und vielleicht einen Dodge schaffen, steigt das Gesamtrisiko aber schnell an.
Und wenn der Ball nach einem misslungenen Pass irgendwo zwischen mehreren gegnerischen Spielern landet, ist die ganze Beweglichkeit meiner Elfen plötzlich nur noch begrenzt hilfreich. Ich möchte deshalb versuchen, Elven Union zunächst als Laufmannschaft zu spielen, die jederzeit auch auf das Passspiel zurückgreifen kann.
Wenn sich eine sichere Möglichkeit bietet, den Ball über mehrere Spieler nach vorne zu bringen, werde ich diese nutzen. Der Pass soll eine zusätzliche Option sein und nicht die Grundlage jedes Angriffs.Vielleicht ist gerade diese Flexibilität die größte Stärke der Mannschaft.
Was mir Sorgen bereitet
Natürlich hat Elven Union auch einige Schwächen. Die größte dürfte ihre geringe Widerstandsfähigkeit sein. Bis auf die Blitzer besitzen die Spieler nur Rüstung 8+. Wenn ich gegen Mannschaften mit Mighty Blow, Tackle oder mehreren starken Blockern antrete, kann es schnell unangenehm werden.
Gerade bei einem Turnier mit mehreren Spielen muss ich darauf achten, dass meine Mannschaft möglichst lange vollständig bleibt. Denn so beweglich Elven Union auch sein mag: Mit acht Spielern wird es zunehmend schwierig, eine vernünftige Verteidigung aufzubauen.
Hinzu kommt, dass die Mannschaft nicht besonders kräftig ist. Stärke 3 auf allen Positionen bedeutet, dass ich gegen kräftige Mannschaften nur schwer direkten Druck aufbauen kann.
Ich werde also häufig darauf angewiesen sein, mit Assists günstige Blocks zu schaffen, gegnerische Spieler geschickt zu binden oder mich aus ungünstigen Situationen zurückzuziehen. Das klingt alles recht einfach. In der Praxis muss man aber erst einmal erkennen, welche Spieler man besser stehen lässt und welche man aus dem Kontakt nehmen sollte.
Besonders gegen Mannschaften, die gerne eine Cage aufbauen und langsam nach vorne marschieren, könnte das interessant werden. Ich kann schließlich nicht einfach mit vier kräftigen Spielern die Mitte zustellen und darauf hoffen, dass der Gegner nicht durchkommt. Stattdessen muss ich ihn vermutlich stärker über Stellungsspiel, Screens und gezielte Angriffe auf den Ballträger unter Druck setzen.
Was ich von Elven Union erwarte
Für dieses Turnier habe ich mir vorgenommen, die Mannschaft nicht einfach nur irgendwie über das Spielfeld zu bewegen. Ich möchte versuchen, ihre Stärken gezielt einzusetzen.
In der Offensive bedeutet das für mich vor allem, mehrere mögliche Angriffswege offenzuhalten. Der Gegner soll nicht bereits nach zwei Spielzügen erkennen können, welchen Catcher ich in die Endzone schicken möchte. Dabei will ich möglichst wenige unnötige Würfe riskieren. Ein erfolgreicher Dodge ist schön. Noch besser ist es allerdings, wenn ich ihn überhaupt nicht benötige.
In der Defensive wird die Herausforderung vermutlich größer. Hier möchte ich lernen, die gegnerischen Laufwege besser zu kontrollieren und meine Spieler nicht vorschnell in Kontakt zu bringen. Mit den Blitzern und der Geschwindigkeit meiner Catcher sollte es möglich sein, nach einem Ballverlust schnell umzuschalten.
Aber dazu muss ich auch genügend Spieler auf dem Feld behalten. Ich möchte außerdem stärker darauf achten, was der Gegner in seinem nächsten Spielzug machen kann. Gerade meine jüngsten Spiele mit Necromantic haben mir wieder gezeigt, wie schnell ein gelungener Angriff wertlos wird, wenn der Ballträger anschließend nicht ausreichend geschützt ist. Mit Elven Union werde ich zwar mehr Möglichkeiten haben, solche Situationen durch Beweglichkeit zu korrigieren. Darauf verlassen möchte ich mich aber nicht.
Und was ist mit dem Turnierergebnis?
Natürlich möchte ich möglichst erfolgreich abschneiden. Ich fahre nicht auf ein Turnier, um absichtlich jedes Spiel zu verlieren. Allerdings weiß ich auch, dass Elven Union keine Mannschaft ist, mit der man einfach nur ein paar gute Blocks machen muss, um anschließend gemütlich in Richtung Endzone zu laufen.
Gerade gegen erfahrene Coaches kann ein kleiner Fehler bei der Positionierung schnell bestraft werden. Mein erstes Ziel ist deshalb, die Mannschaft besser kennenzulernen. Ich möchte herausfinden, wie zuverlässig ich Angriffe aufbauen kann, wie gut ich mit weniger Spielern zurechtkomme und ob es mir gelingt, gegnerische Mannschaften mit meiner Beweglichkeit unter Druck zu setzen.
Außerdem würde ich gerne erleben, dass ein sauber geplanter Passspielzug tatsächlich funktioniert. Nicht weil ich unbedingt spektakulär spielen möchte, sondern weil gerade solche Möglichkeiten für mich einen Teil des Reizes von Elven Union ausmachen.
Und natürlich wäre es schön, am Ende mit mehr Siegen als Niederlagen nach Hause zu fahren. Ob das klappt, hängt allerdings nicht nur von mir ab. Meine Gegner haben schließlich ebenfalls etwas dagegen.
Und dann wäre da noch Nuffle.
Elfen – War das die richtige Entscheidung?
Nach meinen Erfahrungen mit Khorne und den zuletzt etwas frustrierenden Spielen mit Necromantic freue ich mich jedenfalls darauf, wieder eine Mannschaft zu spielen, deren Stärken eher in Bewegung und Ballkontrolle liegen.
Das bedeutet natürlich nicht, dass mit Elven Union plötzlich alles einfacher wird. Ich werde weiterhin misslungene Dodges erleben, gelegentlich einen völlig unnötigen Block durchführen und mich vermutlich darüber ärgern, dass einer meiner Catcher bereits frühzeitig vom Platz getragen wird. Aber zumindest weiß ich, worauf ich mich einlasse.
Ich möchte versuchen, weniger gegen die Stärken des Gegners anzuspielen und stattdessen meine eigenen besser auszunutzen. Wenn das funktioniert, dürfte Elven Union eine interessante Turniermannschaft sein. Und falls nicht, habe ich hinterher wenigstens wieder genügend Material für einen weiteren Blogbeitrag.
Praise Nuffle!
Griessbart – nach diversen Ausflügen zu prügelnden und untoten Mannschaften wieder mit Elfen unterwegs. Mal sehen, ob das eine gute Idee war.
