Bloodsquare – Über 30 Jahre Blood Bowl. Und wir würfeln immer noch Einsen.

Von ein paar Gelegenheitsspielen in den Neunzigern bis zur eigenen Liga und selbst organisierten Turnieren. Eine kleine Geschichte darüber, wie man ein Hobby jahrzehntelang nicht ganz loswird.

Alles begann irgendwann um 1993 …

Mein erster Kontakt mit Blood Bowl liegt inzwischen über 30 Jahre zurück. Irgendwann um 1993 stand ich zum ersten Mal an einem Spielfeld und versuchte, meine Spieler möglichst erfolgreich über den Platz zu bewegen.

Mit mehr oder weniger Erfolg, versteht sich.

Damals war Blood Bowl für uns vor allem eines: ein Spiel, das wir gelegentlich mit Freunden auf den Tisch brachten. Keine regelmäßige Liga, keine großen Turnierambitionen und vermutlich auch keine besonders ausgefeilten Strategien. Einfach ein paar Leute, die Spaß daran hatten, sich mit Fantasy-Football-Mannschaften gegenseitig das Leben schwer zu machen.

Und natürlich die Erkenntnis, dass ein vermeintlich sicherer Spielzug erstaunlich schnell in einer Katastrophe enden kann.

Nuffle war offenbar schon damals derselbe unangenehme Zeitgenosse wie heute.

2006 – Alte Liebe rostet nicht. Rüstungen schon.

Irgendwann verschwand Blood Bowl für einige Jahre weitgehend von unserem Spieltisch. Andere Hobbys, Familie, Beruf und das übliche Leben kamen dazwischen.

Aber ganz verschwunden war es nie.

Um 2006 herum fingen wir wieder an, gelegentlich zu spielen. Einzelne Partien mit Freunden, kleinere Turniere und die vertraute Mischung aus Freude, Frust und völlig absurden Spielsituationen.

Noch immer nichts wirklich Regelmäßiges, aber immerhin genug, um festzustellen, dass Blood Bowl auch nach einer längeren Pause nichts von seinem Reiz verloren hatte.

2009 – Blood Bowl entdeckt das Internet. Wir auch.

Ab 2009 verlagerte sich ein Teil meiner Blood-Bowl-Aktivitäten ins Internet.

Anfangs spielte ich recht regelmäßig online, später eher gelegentlich. Es war eine praktische Möglichkeit, auch dann ein paar Spieler über den Platz zu prügeln, wenn gerade kein passender Gegner am heimischen Spieltisch saß.

Ein paar Klicks, ein Gegner irgendwo vor seinem Rechner und schon durfte man sich darüber ärgern, dass ein einzelner misslungener Würfelwurf den sorgfältig geplanten Spielzug ruinierte.

Eigentlich genau wie am Tabletop.

Nur ohne die Möglichkeit, dem Gegner dabei direkt ins Gesicht zu schauen.

2024 – Jetzt machen wir das richtig. Angeblich.

2024 beschlossen wir schließlich, dem Ganzen wieder etwas mehr Struktur zu geben, und gründeten unsere eigene Online-Liga.

Aus gelegentlichen Partien wurden regelmäßige Ligaspiele. Es gab wieder feste Gegner, Spieltage, Tabellen und all die schönen Dinge, die dafür sorgen, dass man sich auch zwischen den Spielen mit Blood Bowl beschäftigt.

Und wie das bei solchen Geschichten meistens läuft, blieb es natürlich nicht dabei.

2025 folgte unsere eigene Tabletop-Liga: die Bloodsquare Weilstetten Blood Bowl Liga, kurz BWBL.

Damit war Blood Bowl endgültig wieder ein fester Bestandteil unserer Freizeit. Seitdem spielen wir regelmäßig sowohl online als auch am richtigen Spieltisch. Mit bemalten Miniaturen, echten Würfeln und der wunderbaren Möglichkeit, einen besonders misslungenen Spielzug gemeinsam zu kommentieren.

Natürlich stets sachlich und vollkommen emotionslos.

2026 – Plötzlich veranstalten wir selbst Turniere.

Als wären zwei Ligen nicht bereits genug, begannen 2026 einige von uns auch regelmäßig an Blood-Bowl-Turnieren teilzunehmen.

Und irgendwann kam die naheliegende Frage auf: Warum eigentlich nicht selbst eines veranstalten?

Gesagt, getan.

Im Juni 2026 fand unser erstes eigenes Turnier statt: der BWB – Bier und Wurst Bowl.

Zehn Coaches, drei Runden Blood Bowl und ein Turniername, der ziemlich gut beschreibt, worauf es uns bei solchen Veranstaltungen ankommt: spannende Spiele, gutes Essen und vor allem ein gemeinsamer Tag mit Leuten, die dasselbe etwas merkwürdige Hobby teilen.

Offenbar hat uns das Organisieren nicht ausreichend abgeschreckt.

Denn bereits im November 2026 steht unser zweites Turnier an: das Albocalypse Pow.

Ein weiterer Schritt für unsere kleine Blood-Bowl-Gemeinschaft. Und vermutlich wieder jede Menge Arbeit, die man sich freiwillig macht, obwohl man eigentlich nur ein bisschen spielen wollte.

Und was soll das hier werden?

Eine gute Frage.

Nach über 30 Jahren mit Blood Bowl, mal mehr und mal weniger intensiv, haben sich einige Geschichten angesammelt. Lustige Spiele, ärgerliche Niederlagen, überraschende Siege und jede Menge Situationen, bei denen man sich hinterher fragt, was man sich bei diesem Spielzug eigentlich gedacht hat.

Wenn ich künftig die Zeit dazu finde, möchte ich hier gelegentlich ein paar davon festhalten.

Vielleicht kleinere Spielberichte, Erfahrungen von Turnieren, Gedanken zu Teams und Strategien oder einfach etwas aus unserem Ligaalltag.

Keine hochprofessionellen Analysen und auch kein Anspruch auf die einzig richtige Art, Blood Bowl zu spielen. Davon gibt es im Internet ohnehin schon genügend.

Einfach ein persönlicher Blick auf ein Hobby, das mich seit Anfang der Neunziger begleitet und offenbar immer noch nicht loslässt.

Ob daraus ein regelmäßiger Blog wird? Mal sehen.

Schließlich müssen nebenbei noch Miniaturen bemalt, Teams zusammengestellt, Turniere organisiert und natürlich Spiele gespielt werden.

Und nach über 30 Jahren sollte ich vielleicht irgendwann auch noch lernen, keine Eins zu würfeln.

In diesem Sinne: Willkommen bei Bloodsquare.

Praise Nuffle!

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